Malediven 26.3 - 3.4.1999
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Motivation
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Kannst Du Dir vorstellen, alles was Du berührst wird zu Scheisse? Genau so war es damals. Puff mit Freundin, Job und Familie. Ja irgendwann hat man das alles satt und versucht sich wieder selber zu finden. Gesagt oder eher gedacht, getan. Ab ins Kuoni Büro und denen dort die Frage stellen: "Ich muss einfach weg hier für ne Woche. Wo ist es ruhig, wo gibt’s schön Palmen, weisser Sand, Bier und vor allem keine Frauen die einem das Leben zur Hölle machen?". Malediven, was sonst! Nur Taucher und frisch Verheiratete sind reif für die Inseln. Gut auch ich damals. Nach etwas Suchen stand fest, in 14 Tagen geht mein Flieger.

Anreise
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26.März 1999 kurz Koffer packen, Zahnbürste, Fischbuch und Reiseführer, einige Shirts und T-Shirts, Taucherzeugs, Pass und Tickets. Los ging die Flucht ins Paradies. Ätzend von Bern mit dem Zug nach Zürich dort einchecken und endlich um 20:40 hob die Balair/CTA BB106 Richtung Male ab. 9 Stunden in dieser blech Zigarre sitzen und 10:10 Landung auf einer „schwimmenden“ Landepiste in Male. Super! warme Luft, Meeresrauschen und fremde Gerüche. Anscheinend wurde meine Buchung nicht ganz verstanden oder war etwas kurzfristig gewesen. Auf jeden Fall musste ich erst noch kämpfen, damit ich doch noch auf das Inselchen Reeti Raa kam. Bloss nicht aufregen, ich war da und so schnell werden die mich nicht wieder los. War aber kein Problem wie bei Kuoni üblich. So, Koffer auf das Dhoni und 2 Stunden zur Insel tuckern. Es war 15 Uhr und ich setzte meinen Fuss in den schneeweissen Sandstrand von Reeti Raa.

Inselleben
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Mir wurde das Bungalow Nr.46 gegeben. Toll das war fast das Letzte und war am weitesten von der Rezeption weg. Die Insel ist 100m auf 800m, also doch eine der Grösseren im Nordmale Atoll. Sie ist gegen den Indischen Ozean gelegen (links) und somit direkt am Aussenriff. Insgesamt standen 50 einfach eingerichtete Bungalows hier, wobei nur etwa 10 belegt waren. Es gab eine Katze auf der Insel und klar war ihr Schlafplatz mein Bungalow. Ich liebe Katzen also nicht schlimm, aber die Hühner die die Ameisen draussen aufpickten, waren schon ganz anders. Toll war aber, als ich die Minibar sah. Es war nämlich im Prospekt als Minibar und Klimaanlage freie Zone beschrieben. Neben Schnorcheln, Tauchen und Insellgehen, war ich sehr oft in der Bar bei Dasch. Der goss mir also echt viele Heineken ins Glas.
Als am 2. Tag eine Disco Night angesagt war, wurden meine Kassetten ein absoluter Inselrenner. Natürlich hatte ich ab diesem Moment an keine Kassetten mehr für mich, die wurden von den Einheimischen beschlagnahmt und vielleicht verhökert. Egal, es gab ja Bier und Fische und Reis bis einem die Ohren wackelten. Irgend an einem Abend wurde ein Krabbenrennen ausgetragen. Klar setzte ich X Dollars auf den Gewinner. Resultat: eine ganze Schubkarre voll Heineken auf Eis. Super 150 Bierchen in meine Minibar pressen ging ja auch nicht. Also "Hau weg die Scheisse". Sturzbetrunken torkelte ich noch ins Bungalow und riss mir noch ein Bierchen auf. Irgend so um halb vier am Morgen überkam mich der Gedanke zu schwimmen. Gut; gedacht, getan und ich erlebte ein kleines Wunder im Wasser. Jedes Mal wenn ich mich bewegte, leuchtete das Wasser in Tausenden von grünlichen Sternen auf. Super! War das intus Heineken? Nein! Am Morgen sagte mir Dasch beim ersten Bier, dass das Plankton bei Vollmond so leuchte. Gut es war zwar nicht grad Vollmond, aber ich war Voll. Vielleicht ist das auch genug.

Olhuhali
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Ich hatte noch immer nicht über mich nachgedacht, sonder mit meinem Fischbuch eher eine richtige Euphorie auf der Insel ausgelöst. Wer welchen Fisch wo gesehen hatte, war das Thema. Stundenlang tauchen, schnorcheln, raus und Kreuze ins Fischbuch kritzeln und eben diskutieren. Irgend einmal gab es einen Dhoniausflug zu einer Insel ganz im Norden des Atolls. Klar Taucherbrille fassen und rauf auf den Kahn. Olhuhali! Ist kein Ausruf, sondern der Name der kleinen Korallen-Perle. Also einfach nur super, anders kann ich dazu nicht sagen.

Rückreise
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Also die Tage vergingen wie im Fluge, und er kam, der sch.. Tag X. Nun total verpennt und versoffen wurde ich am 3.April um 5Uhr geweckt. Hm ! Alles in den Koffer rein und dem Kuli auf die Schulter werfen. Zum Frühstück torkeln (Reis und Fisch und Fisch und Reis) und danach aufs Dhoni. Wieder 2 Stunden thuck thuck, Gott war mir übel. Dafür sah ich noch einen Manta und Delphine beim Rücktransport. So, ab in den Flieger BB107 und um 10:40Uhr hob das Teil auch ab. Etwa 20:00 überraschte mich meine Freundin in Zürich und sagte mir, Sie hätte unterdessen mit einem Anderen gepennt. Toll!!! Ich war Zuhause und wieder in der Scheisse!

Bildergalerie
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Sonnenuntergang zum Indischen Ozean(20KB)
Reeti Raa (Medhu Finolhu) / Nord Male Atoll(20KB)
Insel Olhuhali(20KB)
Nordende von Reeti Raa(20KB)
Mein Bungalow Nr. 46
(Für grössere Bilder, das gewählte Bild anklicken)

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Copyright © 1999, 2002 Daniel Nast